Mediation – Konflikte gemeinsam lösen
Mediation ist ein strukturiertes Verfahren zur Lösung von Konflikten, bei dem alle Beteiligten gemeinsam eine einvernehmliche Lösung erarbeiten. Der Prozess wird von einem*r neutralen Mediator*in begleitet und bietet Orientierung in oft emotional belastenden Situationen.
In der Jugendhilfe kann Mediation helfen, familiäre Konflikte zu klären und das Zusammenleben nachhaltig zu verbessern – besonders bei Trennung, Scheidung oder Streitigkeiten im familiären Alltag.
Ziele der Mediation
- Trennung von Person und Problem
- Erweiterung des Blickfelds in festgefahrenen Situationen
- Fokus auf Interessen statt Positionen
- Entwicklung individueller, tragfähiger Lösungen
- Entscheidungen auf nachvollziehbarer Grundlage treffen
Einsatzmöglichkeiten
Mediation kann in vielen Bereichen eingesetzt werden, beispielsweise bei:
- Trennung und Scheidung (z. B. Aufenthaltsort der Kinder, Umgangsregelungen, Kommunikation)
- Familiären Konflikten (z. B. Mehrgenerationenhaushalt, neue Partnerschaften, Pubertät)
- Schwierigen Entscheidungen (z. B. als Einzelberatung)
Ablauf einer Mediation
1. Einführung
- Vertrauensaufbau
- Vorstellung des Ablaufs und Einführung von Gesprächsregeln
- Themensammlung
2. Sichtweisen
- Raum zur Darstellung des eigenen Standpunkts für alle Beteiligten
3. Klärung
- Erhellung der Konflikthintergründe
- Herausfiltern von Bedürfnissen der Beteiligten
- Gegenseitiges Verstehen, soweit es geht
- Formulierung von Wünschen
4. Lösungssuche
- Sammeln von Lösungsideen
- Realitätsprüfung der Vorschläge
5. Vereinbarung
- Gemeinsames Erarbeiten einer schriftlichen Vereinbarung
- Abschluss und Ausblick
Voraussetzungen
Mediation kann im Rahmen von Hilfen zur Erziehung nach § 27 Abs. 3 SGB VIII eingesetzt werden. Voraussetzung dafür ist ein Antrag beim Jugendamt.
Das Angebot kann auch von Selbstzahler*innen genutzt werden.
